In Haft

Vom Aufhalten, Festhalten und Durchhalten

Veröffentlicht am 20.02.2022
Laufzeit: 1 Stunde und 39 Minuten



In HaftIn dieser Folge berichtet Ralf Steeg von seiner Zeit in einem Jugendhaus der DDR. Was erst einmal wie eine Art Jugendclub klingt, war tatsächlich „eine der schlimmsten Haftanstalten in der DDR“. So haben es ältere Mitgefangene Ralf gegenüber beschrieben und das wird aus seinen Erzählungen auch deutlich. Ralf wurde als Jugendlicher bei einem Fluchtversuch an der Grenze gefasst und wie genau sich die Ereignisse entwickelten, so dass er dadurch letztendlich im Jugendhaus Halle gelandet ist, das berichtet er in dieser Folge. Und Ralf schildert auch, wie er es geschafft hat, durchzuhalten und schließlich in den Westen gelangen konnte. Wir sprechen außerdem über die Situation der ehemaligen politischen Häftlinge in der aktuellen Aufarbeitungsarbeit. Keine leichte Folge, aber eine wichtige – viel Erkenntnisgewinn wünschen wir Euch beim Hören.

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Moderation
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Martin Fischer
Zu Gast
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Ralf Steeg
Team

Shownotes

Ralfs Weg von Lauchhammer durch die Gefängnisse der DDR führte ihn unter anderem in die Haftanstalt Rummelsburg und in die Untersuchungshaftanstalt Keibelstraße.

Der „Vogelkäfig“ in Karl-Marx-Stadt (heute Chemnitz), aus dem Ralf in den Westen kam, ist heute Teil des Gedenkorts Kassberg. Von dort ging es ins Aufnahmelager Gießen.

Die Biographie über Ralf trägt den Titel Der Wassermann.

Für die weitere Recherche empfiehlt Ralf die Angebote des Stasi-Unterlagen-Archivs

3 Gedanken zu „In Haft

  1. Ganz wichtige Episode. Hat mich zum Umdenken bewegt. Kaum zu fassen, dass ich das alles ausgeblendet hatte. Vielen Dank an Herrn Steeg, sein Erlebtes mit uns zu teilen. Ganz ohne Drama und Verbitterung. Dadurch um so mehr berührend und anklagend.

  2. Sehr bewegend. Wie viele an diesem System zerbrochen sind, kann ich nur erahnen. Für meine Begriffe die direkte Fortsetzung der KZ´s, nur ohne Gaskammern. Selber – gebürtiger „Westler“ – habe ich durch meinen Vater (Jg. ´27, Pimpf, HJ, Wehrmacht, 4 1/2 Jahre russische Gefangenschaft) und seine „Erziehung“ („Bei mir herrscht Diktatur“) eine Ahnung von solchen Zuständen erhalten und kann daher der „Freiheit“ im Westen – vermutlich zu Recht – keinen rechten Glauben schenken, zumal er ein allseits beliebter und anerkannter Beamter war.
    Auf jeden Fall sollte die Erinnerung an diese Schattenseiten der DDR (und Diktaturen überhaupt) weitere Verbreitung finden und nicht vergessen werden.

  3. Die Folge hat mich tief bewegt. Danke, dass auch solche Geschichten im Podcast für die kommenden Generationen erhalten werden.

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