Einheitspost

Die gute Nachricht zum Tag der Deutschen Einheit: Es geht voran! Damit meine ich zum Teil das Zusammenwachsen der einst getrennten deutschen Staaten. Trotz aller Unterschiede, die es nach wie vor in Lohnfragen, Arbeistsplatzangebot und Demographie gibt, ist es für mich immer noch unglaublich toll, dass ich das Ende dieser Teilung erleben durfte und das wir heute gemeinsam diesen Tag feiern können. Viele Menschen hätte ich nicht kennen gelernt, stünde die Mauer noch, viele Reisen hätte ich nicht gemacht – und diesen Podcast gäbe es auch nicht.

Das bringt mich dann auch zum anderen Teil von “Es geht voran”: Die neue Folge – dann mit der Nummer 80 – ist im Entstehen. Am Freitag habe ich das erste von drei Interviews geführt und es hat sich gut angefühlt, endlich wieder Headset und Aufnahmegerät benutzen zu können. Die lange Pause war nicht beabsichtigt, aber ich habe gemerkt, wie aufwändig das neue Konzept ist und auch berücksichtigt, was Ihr mir alle als Rückmeldung gegeben habt. Ich werde das Feature-Format beibehalten und auch die inhaltliche Ausrichtung – ins Detail möchte ich noch nicht gehen, aber ihr könnt Euch auf eine spannende Folge freuen. Vor allem diejenigen unter Euch, denen der Interviewanteil und die Zeitzeug*innengespräche wichtig sind, können sich jetzt schon mal auf Episode 80 freuen. Sie erscheint auf jeden Fall noch dieses Jahr und ich peile den 1. Advent als Veröffentlichung an.

Als kleinen Vorgeschmack verlinke ich hier noch einmal ein Foto von der Anreise zum Interview am Freitag, das ihr vielleicht schon auf Twitter oder Instagram gesehen habt.

S-Bahnhof Berlin-Marienfelde

S-Bahnhof Berlin-Marienfelde

Der Ort hat eine ganz besondere Bedeutung für das Thema der neuen Folge. Wer mehr erfahren will, braucht noch etwas Geduld oder schaut auf der Patreon-Seite von Staatsbürgerkunde vorbei. Als Unterstützer erhaltet Ihr ab der 5$-Stufe einen Blick hinter die Kulissen während der Entstehung der aktuellen Folge.

Ich freue mich sehr, dass Ihr nach wie vor so treu als Hörer*innen dabei seid, “Staatsbürgerkunde” weiterempfehlt und unterstützt und auch die Format-Weiterentwicklung gut verkraftet habt. Danke nochmals für Euer Feedback und die sachliche Art, in der Ihr es formuliert habt. Bleibt auf jeden Fall aufmerksam, kritisch und neugierig und haltet heute kurz inne und überlegt, was wir aus unserer gemeinsamen Vergangenheit lernen können und vielleicht auch schon gelernt haben. Denn dazu ist aus meiner Sicht die Beschäftigung mit der Vergangenheit da: sie schärft den Blick für die Gegenwart und die Zukunft.

Serverumzug

Der Umzug hat geklappt und ich hoffe, bei Euch ist alles normal geblieben. Sagt bitte bescheid, wenn sich Probleme melden!
Dieses Wochenende ziehe ich das Blog und die Domain zu Uberspace um – etwaige Ausfälle der Website und des Feeds bitte ich zu entschuldigen. Wenn Ihr das hier aber lesen könnt, bin ich schon mal auf dem richtigen Weg.

An einem Sonntag im Januar

Es ist ein trüber Sonntag, draußen ist es kalt und sogar in Berlin liegt Schnee. Hier im Blog ist lange nichts mehr passiert, aber für einen Podcast ist vermutlich auch das Hörmaterial vorrangiger. Dazu weiter unten mehr, zuvor gibt es aber etwas “Optisches”, dass ich gerne hier teilen wollte.

Am Freitag war anscheinend #NationalHatDay und der großartige Zeichner, Cartoonist und Animator Graham Annable hatte auf Twitter spontan dazu aufgerufen, ihm Vorschläge für ein paar schnelle Kritzeleien zu diesem Thema zuzurufen:

Ich saß im Bus auf dem Weg zurück vom Schwimmbad und hatte beim Lesen des Tweets auf einmal diese Kindheitserinnerung vor mir:

Es gab in unserem Plattenbau-Neubaugebiet in Weida einen kleinen Spielplatz mit einem winzigen Hügel, der mir damals aber als riesiger Berg erschien, als ich mit meinem Schlitten dorthin zum Rodeln ging. Gegen die Kälte hatte ich eine von diesen wollenen Kindermützen, die gleichzeitig auch ein Schal sind und nur ein Loch für das Gesicht frei lassen. Meine war blau und sie war für mich meine Kosmonautenmütze (ich schrieb dann aber im Tweet doch lieber Astronaut). In der Erinnerung war mir nie kalt unter der Mütze und sie ist untrennbar mit Winter und Spaß und warmen Wohnzimmern danach und Geborgenheit verbunden.

Und das alles hat Graham Annable auf seine unnachahmliche Art in nur knapp zwanzig Minuten am Freitag Abend aufs Papier gebannt – ohne die ganze Vorgeschichte zu kennen.

Es ist wirklich großartig zu sehen, wie die eigene Kindheit im Osten anscheinend doch eine Art universelles Gefühl beinhaltete, das auch ein Cartoonist aus Oregon über dreißig Jahre später nachvollziehen und durch das Zeichnen wieder heraufbeschwören kann. Und dass letztendlich “hier” und “drüben” wirklich keine so treffenden Attribute für die Erfahrungen sind, die wir in unserem Leben so machen.

Bei @KlausTrop_Hobie hat er da offenbar auch einen Nerv getroffen.

Vielen Dank noch einmal und folgt alle Graham Annable alias Grickle! Es lohnt sich!

Nach diesem kleinen sentimentalen Ausflug hier noch eine Ankündigung zum Podcast: Ich versuche gerade, das Blog und alles, was dazu gehört, zu Uberspace umzuziehen. Das ist möglicherweise die nächsten zwei Wochen mit ein paar Aussetzern auf der Website und im Feed verbunden. Dafür bitte ich schon einmal um Euer Verständnis.

Das hindert mich gleichzeitig auch daran, neue Folgen zu produzieren. Damit ihr aber neuen Hörstoff bekommt, wird es an den beiden folgenden Wochenenden Crosspostings von zwei Folgen geben, die ich letztes Jahr zusammen mit @DieUlrike vom Exponiert-Museumspodcast aus Berlin aufgenommen habe. Fleißig wie ihr seid, habt ihr den natürlich schon gehört und abonniert. Ich möchte das aber trotzdem auch für alle neuen Hörer_innen hier noch einmal offiziell posten – auch, weil es natürlich inhaltlich absolut hierher passt und gehört! Gute Unterhaltung wünsche ich Euch und bis ganz bald mit neuen Inhalten!