An einem Sonntag im Januar

Es ist ein trüber Sonntag, draußen ist es kalt und sogar in Berlin liegt Schnee. Hier im Blog ist lange nichts mehr passiert, aber für einen Podcast ist vermutlich auch das Hörmaterial vorrangiger. Dazu weiter unten mehr, zuvor gibt es aber etwas “Optisches”, dass ich gerne hier teilen wollte.

Am Freitag war anscheinend #NationalHatDay und der großartige Zeichner, Cartoonist und Animator Graham Annable hatte auf Twitter spontan dazu aufgerufen, ihm Vorschläge für ein paar schnelle Kritzeleien zu diesem Thema zuzurufen:

Ich saß im Bus auf dem Weg zurück vom Schwimmbad und hatte beim Lesen des Tweets auf einmal diese Kindheitserinnerung vor mir:

Es gab in unserem Plattenbau-Neubaugebiet in Weida einen kleinen Spielplatz mit einem winzigen Hügel, der mir damals aber als riesiger Berg erschien, als ich mit meinem Schlitten dorthin zum Rodeln ging. Gegen die Kälte hatte ich eine von diesen wollenen Kindermützen, die gleichzeitig auch ein Schal sind und nur ein Loch für das Gesicht frei lassen. Meine war blau und sie war für mich meine Kosmonautenmütze (ich schrieb dann aber im Tweet doch lieber Astronaut). In der Erinnerung war mir nie kalt unter der Mütze und sie ist untrennbar mit Winter und Spaß und warmen Wohnzimmern danach und Geborgenheit verbunden.

Und das alles hat Graham Annable auf seine unnachahmliche Art in nur knapp zwanzig Minuten am Freitag Abend aufs Papier gebannt – ohne die ganze Vorgeschichte zu kennen.

Es ist wirklich großartig zu sehen, wie die eigene Kindheit im Osten anscheinend doch eine Art universelles Gefühl beinhaltete, das auch ein Cartoonist aus Oregon über dreißig Jahre später nachvollziehen und durch das Zeichnen wieder heraufbeschwören kann. Und dass letztendlich “hier” und “drüben” wirklich keine so treffenden Attribute für die Erfahrungen sind, die wir in unserem Leben so machen.

Bei @KlausTrop_Hobie hat er da offenbar auch einen Nerv getroffen.

Vielen Dank noch einmal und folgt alle Graham Annable alias Grickle! Es lohnt sich!

Nach diesem kleinen sentimentalen Ausflug hier noch eine Ankündigung zum Podcast: Ich versuche gerade, das Blog und alles, was dazu gehört, zu Uberspace umzuziehen. Das ist möglicherweise die nächsten zwei Wochen mit ein paar Aussetzern auf der Website und im Feed verbunden. Dafür bitte ich schon einmal um Euer Verständnis.

Das hindert mich gleichzeitig auch daran, neue Folgen zu produzieren. Damit ihr aber neuen Hörstoff bekommt, wird es an den beiden folgenden Wochenenden Crosspostings von zwei Folgen geben, die ich letztes Jahr zusammen mit @DieUlrike vom Exponiert-Museumspodcast aus Berlin aufgenommen habe. Fleißig wie ihr seid, habt ihr den natürlich schon gehört und abonniert. Ich möchte das aber trotzdem auch für alle neuen Hörer_innen hier noch einmal offiziell posten – auch, weil es natürlich inhaltlich absolut hierher passt und gehört! Gute Unterhaltung wünsche ich Euch und bis ganz bald mit neuen Inhalten!

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