SBK058 Parteiarbeit (2)

Von Gewissensentscheidungen, Verantwortung und der dunklen Seite der Macht
Erschienen am 13.06.2015

SBK058 Parteiarbeit (2) Sie war Regierungspartei, gesellschaftliches Machtzentrum und Karrieresprungbrett: Wenn man "Die Partei" sagte, meinte man in der DDR immer die SED, die Sozialisitische Einheitspartei Deutschlands. Wir nähern uns diesem großen Komplex in einer (ersten) Folge an und erläutern im Gespräch die weitreichende Verzahnung von Partei und Gesellschaft und wie diese Verzahnung durch neue Mitgliedschaften sichergestellt werden sollte. Daraus entspinnt sich am Ende noch ein kleiner Exkurs über Diktaturen im Allgemeinen. Wir wünschen viel Erkenntnisgewinn mit der neuen Episode.



Zu hören

Martin Fischer Martin Fischer Flattr Martin Fischer
Lutz Fischer Lutz Fischer

Intro und Begrüßung

00:00:00

SED

Aufbau der Partei

00:01:08

SBK021 Wahlen — SBK048 Parteiarbeit (1) — Blockpartei — AWG

Karrierechancen

00:08:05

Der Turm — Stasi

Unterschiede

00:17:06

Pionierorganisation Ernst Thälmann — FDJ — DSF

Allgegenwart

00:25:12

Das Wesen der Diktatur

00:26:52

Die Linke — Horch und Guck — Michail Sergejewitsch Gorbatschow — Perestroika — Glasnost — Hans Modrow — Runder Tisch

Fazit

00:40:58

Zu guter Letzt

00:41:37


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2 Gedanken zu „SBK058 Parteiarbeit (2)

  1. Vielen Dank für diesen Einblick in den Alltagskontak mit der SED! Vor allem die Frage nach dem Einfluss der Organisationsstruktur auf das persönliche Verhalten finde ich spannend.

    Wie ihr schon gesagt habt, ist die zwar NS-Zeit ein größeres Kaliber, aber auf Basis der organisationssoziologischen Forschung dazu lässt sich vielleicht auch was für die DDR ableiten:
    http://www.aktuelles.uni-konstanz.de/presseinformationen/2015/62/
    https://duckduckgo.com/?q=+Stefan+K%C3%BChl+ganz+normale+Organisationen

  2. Vielen Dank für eure interessanten Podcasts! Gerade die persönliche Einfärbung halte ich für eine große Stärke der Reihe:)
    Trotzdem habe ich zum Schlussteil diesmal ein wenig Kritik:

    1.Lutz setzt Sozialismus grunsätzlich mit Diktatur gleich. Das finde ich reichlich unfair gegenüber der Riesenbewegung des Sozialismus; es gibt noch zig andere Strömungen neben diesem Lenin/SED-Unsinn. Das ist ungefähr so, als würde ich behaupten, Konservatismus bedeute grundsätzlich ein kriegswütiger Kaiser wäre an der Macht.

    2. Diktatur des Prolatriats
    Egal was man von dieser Idee auch halten mag, bedeutet das im Sinne von Karl Marx, der diesen Begriff geprägt hat, NICHT, dass eine wildgewordene Bürokratenpartei mit angeschlossener Geheimpolizei die Mehrheit diktitert. Bei Marx sind Proletarier alle die, die keine Produktionsmittel besitzen, das sind nahezu alle, also zum Beispiel auch Lehrer;) Diese übernehmen die Macht und vergesellschaften die Produktionsmittel und ab diesem Zeitpunkt sind wir alle Proletarier, da Niemand mehr Produktionsmittel besitzt. Somit bedeutet dann Diktatur des Proletariats die Diktatur Aller. Das ist radikaldemokratisch! Ob sich das umsetzen lässt und wie ist natürlich eine ganz andere Frage…

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