SBK036 Sowjetunion

Von kleinen und großen Brüdern, Weltsprachen und der Freundschaft
Erschienen am 29.03.2014

SBK036 Sowjetunion Keinem Land stand die DDR – zumal in der öffentlichen Darstellung – so nah wie der Sowjetunion. Der "große Bruder" war stets präsent, durch politische Richtungsentscheidungen ebenso wie das Schulfach Russisch und die lebendige Ausgestaltung der "unverbrüchlichen Freundschaft". Mit meinen Eltern spreche ich über den Einfluss, den die Sowjetunion auf Alltagsleben in Kindergarten, Schule oder Beruf hatte und welche Vorstellungen sich mit ihr verknüpften – war das Russlandbild der DDR doch oft oberflächlich und durch Propaganda beeinflusst. Und auch wenn der Einfluss sowjetischer Lebensart und Produkte nicht dem US-amerikanischer Prägung entsprach, fanden doch Wörter, Kulturwerke und Ideen aus Russland Einzug in das Leben im östlichen Deutschland.



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4 Gedanken zu „SBK036 Sowjetunion

  1. Meine Heimatstadt Gera war zu DDR Zeiten Garnisonsstandort der Sowjetarmee. Ich habe auf dem “Galgenberg” gewohnt, in ca. 200m begann das Kasernengelände. Im Gegensatz zu euch (Zitat: “von den Soldaten hat man kaum etwas im Stadtbild gesehen”) haben wir andere Erfahrungen gesammelt. Die russischen Soldaten gingen sehr wohl in die Stadt und hatten dort manchmal ein unmögliches Benehmen, das häufig in Zusammenhang mit Alkohol stand. Aus meiner Parallelklasse wurde ein Kind auf dem Schulweg von einem betrunkenen Russen über den Haufen gefahren. Das Kind überlebte nicht und zumindest die Eltern haben nie erfahren, ob dem Verantwortlichen etwas passiert ist. Das ist nur einer von vielen Fällen, der mich schon frühzeitig hat daran zweifeln lassen, ob uns die Besatzung nur gutes bringt…

    Achja: toller Podcast mal wieder. Auch wenn ich in letzter Zeit nicht mehr soviel kommentiert habe: ich höre jede Folge an und bin total gefesselt. Meistens höre ich Podcasts im Auto und dann weiß ich zuhause nicht mehr, was ich kommentieren wollte. Tjaja, das Alter 😉

  2. über das thema weizenlieferungen nach russland, habe ich gerade im buch “imperium – russische streifzüge” von ryszard kapuscinski gelesen, dass die landwirtschaft unter chruschtschow in vielen teilen auf die ertragreiche baumwolle umgestellt wurde. dabei hatte man nicht bedacht, dass der boden nicht über jahre hinweg mit ein und der gleichen art bepflanzt werden sollte. zudem benötigte man für baumwolle wesentlich mehr wasser… wofür man flüsse umleitete. als folge dessen trockneten ganze landstriche aus.

    den weizen aus der ddr benötigte man dann wohl aus genau dem grund, dass man selbst keinen mehr anpflanzen konnte (und zeitweise nicht wollte).

    mfg
    mh

  3. Der Witz ging ein bisschen anders:

    Erich Honecker sieht im Rostocker Hafen drei Schiffe vor Anker liegen. „Na Genossen, wohin geht die Reise“, fragt er am ersten. „Wir bringen Düngemittel nach Mosamik und kommen mit einer Ladung Kaffee zurück.“ Beim zweiten Schiff erfährt er: „Wir haben Fahrräder für Kuba geladen und kommen mit Bananen zurück.“ Am dritten erklärt man ihm: „Wir bringen Kaffee und Bananen nach Leningrad.“ – „Und womit kommt ihr zurück?“ – „Na wie immer, mit der Eisenbahn.“

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