SBK026 Lebensmittel

Vom Konsum, geheimem Rotwein und Tieren ohne Lenden
Erschienen am 31.08.2013

SBK026 Lebensmittel Heute geht's um die Wurst. Und ums Brot, die Milch, den Zucker und alle anderen Lebensmittel, die man in der DDR kaufen wollte. Wir stellen die verschiedenen Arten von Geschäften vor, in denen es Essbares zu kaufen gab und werfen einen Blick auf den Einkaufszettel und in die Kochbücher. Denn trotz anders lautender Berichte konnte man auch in der DDR satt werden. Man war nur – wie so oft – viel unterwegs und musste auch mal improvisieren.




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15 Gedanken zu „SBK026 Lebensmittel

  1. Grüße!

    Das war mal wieder eine sehr interessante Sendung und Erinnerung an eine Zeit, die ich so auch noch kennengelernt habe.

    Bananen waren ein Problem. Es gab aber Schulen auf den Dörfern. Die Verhältnisse nach der Wiedervereinigung scheinen mir keinesfalls die totale Verbesserung zu sein.

    Themenvorschlag: UTP/ESP bzw. später PA/ESP (Unterrichtsfächer)

    🙂

  2. Das war wieder eine interessante Sendung. Ich bin ja auch schon eine Weile auf der Welt und ich muß sagen, viele Dinge waren im Westen früher ganz ähnlich – natürlich hatten wir ein größeres Angebot aber auch keine 20 Truhen mit Tiefkühlpizza (was meiner Meinung nach auch niemand braucht). Es gab beispielsweise kaum Fast Food. Richtig los ging es erst in den 80ern mit McDonalds, Döner und Imbißständen an jeder Ecke. An Kochsendungen kann ich mich nur an die Sendung mit Max Inzinger http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1864076/
    erinnern. Italienisch essen war natürlich früh in Mode, weil viele in den Ferien nach Italien fuhren und dort Pizza und Pasta kennenlernten und auch viele italienische Restaurants bei uns aufmachten.

    • Danke für Deine Ergänzungen – Du hast recht, der zeitliche Aspekt spielt bei unseren Gesprächen natürlich immer auch eine Rolle. Die DDR in den 80ern mit der heutigen Bundesrepublik zu vergleichen haut nicht hin.

  3. Ich fand die Erwähnung mit dem Schlangestehen wichtig, vielleicht etwas zu kurz. Aber Deine Mutter hat schon recht, dass selbst die Kinder schon darauf konditioniert waren. Wenn ich mit meinem Bruder in Jena mit dem Bus vom Training kam und wir haben aus dem Fenster eine lange Schlange vor der Kaufhalle gesehen (also nicht die übliche nach dem Einkaufswagen), dann ist einer ausgestiegen und hat sich angestellt. Der andere fuhr nach Hause, um Geld zu holen. Wohlgemerkt ohne dass jemand wusste, was es gibt.
    Eine kleine Lese-Empfehlung: Vladimir Sorokin hat das schöne Buch “Die Schlange” geschrieben. Darin geht es um das Leben in einer Warteschlange. Auch wenn meine ukrainische Schiegermutter sich beschert, dass es doch gar nicht so gewesen sei, finde ich das eine sehr hübsche Erzählung.
    Und weil ich heute nicht genug bekommen kann, noch ein Witz aus der Perestroika-Sowjetunion, die dank Gorbachev unter Alkoholmangel litt: “Moskau. In einer langen Schlange nach Schnaps flippt plötzlich ein Mann aus und schreit: ‘Mir reicht’s. Ich gehe zum Kreml und bringe das Schwein um!’ Er verschwindet. Mehrere Stunden später taucht er wieder bei der Schlange vor dem Lebensmittelladen auf. ‘Und?’ Er zuckt mit den Schultern: ‘Am Kreml war die Schlange noch länger.'”

    • Schöne Ergänzung, vielen Dank. Da wart ihr ja schon mächtig auf Zack 🙂
      Von dem Buch habe ich schon mal gehört, hab’s aber noch nicht gelesen.

      • Ich habe noch von der Anektode gehoert, dass die jugendliche Tochter 200 DM in die Tasche bekam mit dem Auftag: Wenn es eine Schlange gibt – anstellen und kaufen.
        Das fand ich schon sehr krass, denn 200DM muessen ja auch viel Geld gewesen sein.

  4. Eure Sendung ist sehr interessant und sehr angenehm. Der eingespielte Audioboo sagte es, ihr seid sehr sympathisch und man kann Euch wirklich ins Herz schließen.
    Mein Vater sagte zum Kaffee Mix: “Der Westen hat die Krönung, unser ist
    die Spitze”. War wohl nicht so lecker.
    Bei der Schulmilch kann ich mich an die Sorten: Vanille, Schoko, Erdbeer und Aprikose oder Pfirsich erinnern. Wenn man seine Sachen mit der Milch bekleckerte, roch alles komisch, aber sie war lecker.
    Auch unsere Joghurts waren lecker, so habe ich sie später nie wieder schmecken können. Nur es gab sie nicht immer. Bei der Schokolade geht der Punkt definitiv an die Westschokolade, obwohl ich nach der Wende die Bambina wieder für mich neu entdeckt habe.
    Kaffeemangel selber kann ich nicht beschreiben, gegen Ende zu meiner Studienzeit gab es immer genug Kaffee um nach langen Nächten wieder wach zu werden 😉
    Macht weiter so, liebe Grüße!

  5. Ich kann mich noch gut an die “Großeinkäufe” in einer Kaufhalle in den Sommerferien mit meinem Opa erinnern. Die Kaufhallen im Neubaugebiet waren relativ gut bestückt. Im Sommer machte man am Bierstand immer diese typische Handbewegung (Flasche umdrehen und gegens Licht halten) um zu sehen, ob das Bier noch gut war. Wenn es nicht mehr gut war, waren Flocken im Bier. Mein Opa war auch immer drauf aus, nur braune Bierflaschen zu kaufen, es gab nämlich auch grüne. Also erstmal die ganzen Flaschen aus dem Kasten ziehen und kucken. Es sei noch bemerkt, dass bei den normalen Biersorten in den 80er Jahren der Etikettenleim nichts mehr taugte, und so im Verkauf bereits die Hälfte der Getränkeetiketten im Kasten lag. Ebenfalls kann ich mich erinnern, dass die Kartoffeln nicht so hübsch aussahen wie heute. Die waren auch in Netzen, aber ungewaschen und sahen natürlich etwas unansehnlicher aus als heute. Die Einkaufswagen waren auch deutlich kleiner als heute, nur etwa halb so groß!
    Die billigen Lebensmittelpreise hatten ihre zwei Seiten, gerade bei Brot und Brötchen wurde massenhaft unverbraucht weggeworfen, oder auch wenn mal Futter für das Haustier fehlte, kaufte man eben schnell mal 3 Konsum-Brote! Brot und Brötchen war in der DDR billiger als das Mehl aus dem es hergestellt wurde. Aber über die “teure” Butter schimpfte die Bevölkerung.

  6. Ende der 70iger gab es bei uns in der Kaufhalle oft das Schild “Bitte nur 2 Stück entnehmen”. Wir haben uns damit oft einen Spass gemacht: Verstellen des Schildes auf einen beliebigen Artikel, z.b. Toilettenpapier. Nach wenigen Stunden hat sich der potentielle Engpass in der Stadt herumgesprochen und alle Leute haben den Artikel gekauft – unabhängig ob man das gerade brauchte.

  7. Danke wieder einmal für den schönen Podcast. Ihr erwähnt hier kurz das Abliefern von Eigenanbau-Lebensmitteln bei den Läden. Ob es irgendwann mal eine Pflicht war einen Teil der Ernte abzuliefern, weiß ich nicht. Ich bin eher der Meinung, dass es für Leute mit eigenem Garten/kleinen Acker die _Möglichkeit_ der Ablieferung gab. Zumindest musste keiner in meiner Verwandtschaft Pflichtabgaben leisten. Ich rede hier von ehemaligen Bauern mit überdurchschnittlich viel Eigenanbau in einer kleinen sächsischen Kleinstadt Ende der 80er.
    Zu dem Thema fällt mir aber noch eine Anekdote ein: Ein Onkel von mir hat immer mal größere Mengen Gemüse/Obst/Eier in einer Kaufhalle gekauft. Anschließend hat er die Sachen in einer Annahmestelle als Eigenerzeugnis wieder abgegeben. Durch die staatlichen Lebensmittelsubventionen hat er dadurch Gewinn gemacht. Moralisch nicht ganz sauber, genau wie das System ;-).

  8. Mir war so, als ob man man entgeltliches Mitglied in der Konsum-Genossenschaft sein musste um diese Rabattmarken sich auszahlen zu lassen – wir hatten da immer mit unserer Oma zusammengelegt.

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