SBK025 Wohnen

Von schönen Plattenbauten, viel Kohle und ganz viel Eigenleistung
Erschienen am 10.08.2013

SBK025 Wohnen Ob Altbau, Plattenbau oder gar ein eigenes Haus: Gewohnt haben die Menschen in der DDR ganz unterschiedlich. Und machmal auch "gehaust", denn obwohl offiziell jeder eine Wohnung hatte oder bekommen konnte, waren die Unterscheide in der Wohnsubstanz oft ganz erheblich. Meine Eltern berichten von ihren ersten beiden Wohnungen und dem großen Glück, als sie dann Aussicht auf eine Neubauwohnung hatten. Wir sprechen auch darüber, wie man überhaupt an eine Wohnung kam, wie es einem als Hausbesitzer ergehen konnte und warum es "in der Platte" gar nicht so übel war.



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Urkunde für "Vorbildliche Hausgemeinschaft"

Für “Vorbildliche Hausgemeinschaft” erhielten die Bewohner der Herderstraße 35 in Cottbus 1986 diese Urkunde (Danke an Nico vom Bildpsprache Podcast für dieses Zeitdokument)

7 Gedanken zu „SBK025 Wohnen

  1. Hallo ihr,

    Ich habe ein paar Anmerkungen.

    Zu den Aufzügen. Es gab auch 6- Geschosser ohne Aufzug. Diese hießen offziell 5+1- Geschosser, so dass man diese ohne Aufzug gebaut hat.

    Bei den Plattenbauten war es so, dass die Platten dann zwischen den Beton auch Dämmung gehabt haben.

    Zu den Erfahrungen von Leuten, die in Großwohnsiedlungen wohnen, empfehle ich den Resonator über Leipzig- Grünau. Dort wird schön ausgeführt, dass die Behauptung der entstehenden sozialen Brennpunkte ein Mythos ist.

    PS: Das Berliner Stadtschloss wurde nicht für Neubauwohnungen abgerissen. Dies hatte andere politische Hintergründe. Später entstand dort der Palast der Republik…

    Gruß fairsein

  2. Auch der Eigenheimbau wurde in der DDR bis zu einem gewissen Grad gefördert. Gerade im ländlichen Raum. Die Häuser waren oft Typenbauten. dh. die Architektur und Grundrisse war bis zu einem gewissen Grad vorgegeben. Das kann man auch heute noch gut erkennen bei entsprechenden Siedlungen. Es gab auch Fertighäuser. Wenn man sich dafür entschieden und die Genehmigung hatte, wurde das wichtigste Baumaterial von der Baustoffversorgung zugeteilt. Trotzdem war die Materialversorgung immer sehr schwierig und nur mit guten Beziehungen oder Westgeld erfolgreich zu lösen. Auf der anderen Seite war ein Hausbau nicht so teuer wie in der BRD, dauerte aber auch länger, oft mehrere Jahre.

  3. zum Thema Baubrigade ist folgender Film empfohlen: https://de.wikipedia.org/wiki/Spur_der_Steine_%28Film%29

    So wie ich hörte, es aber im Moment nicht gefunden habe, wurde von Wolf Biermann besungen, dass man wenn man ein Haus bauen wollte das Material für zwei brauchte. – https://www.youtube.com/user/moralapostel47/videos

    Es gab auch Tauschbörsen, wo man einen Tauschpartner für einen Wohnungstausch finden konnte – Leute wo die Kinder aus dem Haus sind ziehen wieder kleiner und tauschen mit jungen Familien. In wieweit das geklappt hat weiß ich nicht.

    Auch gab es die sarkastische Losung „Ruinen schaffen ohne Waffen“ darüber wie mit Wohnsubstanz umgegangen wurde.

    Soweit wie ich gehört hatte, hatte die DDR sogar vor heruntergekommene Gründerzeitviertel abzureißen und durch Plattenbauten zu ersetzen als sie zu sanieren.

  4. sehr schön erzählt von deinen Eltern, ich konnte es mir im Kopf sehr schön ausmalen wie es damals wohl ausgesehen haben muss… Und großes Lob an deine Eltern , sehr symphatisch die beiden vielen Dank, tolles Projekt

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