SBK013 Computer

01.12.2012
Die Anfänge des digitalen Zeitalters in der DDR beschäftigen meinen Papa und mich in dieser Episode. Wie ging der Arbeiter- und Bauernstaat mit den neuen Geräten um? Wo waren diese überhaupt verfügbar und wer konnte sie bedienen? In einer Stunde werfen wir einen Blick zurück in die späten 70er- und frühen 80er-Jahre des letzen Jahrhunderts, als die Disketten noch acht Zoll maßen und selbst programmierte Spiele mit schlechter Kollisionsabfrage halbe Förster durch den Wald irren ließen.



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01.12.2012

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Das im Podcast zitierte Dankschreiben an meinen Papa habe ich ebenfalls verlinkt.

SBK013 Computer

Die vielfältige Fachliteratur, die uns in der DDR die mysteriöse Welt der Computer näher gebracht hat

Schulrechner SR1

Schulrechner SR1

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39 thoughts on “SBK013 Computer

  1. Pingback: Vorhersage Samstag, 01.12.2012 | die Hörsuppe

  2. Hallo,
    sehr interessante Folge, mein Rechner in der Schule war auch der KC85 im PA-Unterricht :) den SR-1 habe ich auch noch, aber leider ist das LC-Display mittlerweile angelaufen.

    PS: der Link Taschenrechner ist falsch gesetzt.

  3. Danke für den Hinweis, der Link ist repariert. Schade, dass der SR1 den Dienst quittiert hat, aber als Andenken würde ich ihn auch behalten.

  4. Pingback: Vorhersage Sonntag, 02.12.2012 | die Hörsuppe

  5. Meine Programmieranfänge fanden auf einem “LC 80″ statt. Damals in der “Station Junger Techniker” in Gera. Für die jüngeren: Das war sowas wie ein Hackerspace ;-)

    PS: Kennt den LC80 noch jemand?

  6. Pingback: Podcastempfehlungen | murdelta

  7. Zum SR1: Meines Wissens nach kostete der nicht 150,- M, sondern 123,- M. Aber nur, wenn man so einen Berechtigungsschein von der Schule hatte, den man zum Schuljahresbeginn der 5. oder 7. Klasse bekam. Der Taschenrechner war Voraussetzung für den Unterricht. Im regulären Handel kostete das Ding über 400,- M. Ich hab mir den Preis gemerkt, weil die Zahl 123 so einfach zu merken ist.

  8. Wiki sagt: 123 Mark, 7. Klasse und der freie Taschenrechner sogar >800 Mark.

  9. Da fällt mir noch was zum SR1 ein: wir waren wahrscheinlich die ersten Casemodder. Wir haben das Gehäuse aufgeschraubt und hinter das Display farbige, durchsichtige Folie geklemmt, so dass das Display nicht mehr grünlich, sondern gelb, blau oder rot wurde.

  10. Danke für den Tipp, Habe ich auch im Moment nachgelesen – kläre ich noch mal “familienintern” ab. Nach oben schien der Preis da ja offen zu sein. Aber 123 Mark ist auch einfach schön eingängig!

  11. Hallo, meine ersten Begegnungen mit einem Computer hatte ich bei einem Schulfreund, etwa um 1987, er hatte über Westkontakte einen Atari 800 XL, ist etwa ähnlich C64, und viele Spiele. Ebenfalls kann ich mich erinnern, das ich mal bei einer Ausstellung des “Computerclubs Karl-Marx-Stadt” in den Messehallen am Schlossteich war. Dort war viel westliche Computertechnik aufgebaut, sogar schon Amiga, das war etwa 1988. Ich erinnere mich das auf einem Rechner das Spiel “Maniac Mansion” lief, falls das jemandem etwas sagt. Im gleichen Jahr wurde auch Informatikunterricht in der Schule eingeführt. Im Rahmen des ESP-Unterrichts mußten wir zur einer anderen Schule fahren als unsere heimatliche Schule, dort war im Keller ein Computerkabinett mit etwa 6 bis 8 KC87 eingerichtet. Wir lernten programmieren mit BASIC. Also schon recht fortschrittlich für DDR-Verhältnisse.

  12. Hallo Martin, wieder einmal eine sehr interessante Folge, die vom Thema her voll ins Schwarze getroffen hat. Danke!

    Dein Vater hat sich doch gefragt, wie die C64 Computer in die DDR gelangt sind… Zum Beispiel ganz legal über den “Genex-Geschenkedienst”. Der Genex Katalog wurde im Westen angeboten, damit die dort lebenden Verwandten und/oder Bekannten Geschenke in die DDR machen konnten. Im Katalog gab es sowohl schwer beschaffbare DDR-Produkte als auch West-Produkte zu bestellen. Bezahlt wurde alles mit harter D-Mark.

    Hier mal ein Katalog von 1986.
    http://www.kraftfuttermischwerk.de/genex/genexkatalog1986.pdf
    Auf der Katalog-Seite 41 ist der C64 samt Peripherie zu bestellen.

    Ich freue mich schon auf die nächsten Folgen. Dein Podcast ist mittlerweile ein echtes Stück DDR-Zeitgeschichte.

    Gruß und Respekt!
    eltrash

    P.S. Es gab neben den Heimcomputern in der DDR übrigens auch genau einen Arcade-Automaten und genau eine Spielkonsole (Pong-Klon). Das war zum einen der “Poly-Play” und das “Bildschirmspiel BSS 01″ (550,- Mark). Das BBS 01 ist immer noch ein sehr beliebtes Sammlerstück.

  13. Ein Klassenkamerad hat was ähnliches versucht: Nämlich mit einem Folienstift das Display bemalt. Leider sah das nicht so schön aus, wie vorher gedacht und er bekam es auch nicht mehr vernünftig ab ;-)

  14. Ja, stimmt! Es gab einen DDR Arcadeautomaten “POLYPLAY”. Jetzt erinner ich mich auch! Die standen meistens in FDGB Heimen. Ich kann mich an einen Pacman Klon erinnern namens “Hase und Wolf” und eine Art Tontaubenschießen. Kennt das noch jemand oder hat jemand weitere Infos? Mehr fällt mir nämlich gerade nicht ein, außer, dass ich viel viel Taschengeld in dem Automaten gelassen habe…. ;-)
    http://de.wikipedia.org/wiki/Polyplay

  15. Meine Lieblingsfolge bisher (was am Thema und nicht der reinen Männerrunde liegt) :-)

  16. Dankeschön, uns hat’s auch Spaß gemacht. Aber die letzte Folge für dieses Jahr ist dann wieder in voller Bedetzung!

  17. Klar, “Maniac Mansion” ist ein tolles Adventure (wir haben das sogar mal als Hörspiel aufgenommen), wie alle frühen Sachen von Lucasfilm Games! Ich glaube auch, dass in der DDR der Wille zur “Computerisierung” eher vorhanden war als die Mittel. Und ich glaube, die Zeit damals war überall noch eher vom Experimentiere geprägt und man sah eher die Chancen des Rechners als dessen “Risiken” – die wären dann vermutlich spätestens mit dem freien Internet auf den Tisch gekommen.

  18. Dankeschön! Den Genex-Geschenkdienst hatte Eric auch schon mal erwähnt, ich kannte den ehrlicherweise gar nicht. Aber ist schon eine skurrile Idee – da gab’s sogar ganze Häuser zu “verschenken”.

  19. [Kommentar entfernt – bitte diskutieren Sie / diskutiert sachlich zum Thema, pauschale Beleidigungen sind hier fehl am Platz. Danke, Martin Fischer]

  20. Ich hatte leider erst jetzt Zeit den Podcast mal in Ruhe anzuhören. Hier meine Kommentare:

    Der beschriebene “Computer der so groß war wie ein Schreibtisch” klingt mir sehr nach einem MC80: http://efb-1.de/c_mc80.htm

    Ach und weiter oben hatte ich schon mal im Kommentar gefragt, ob jemand den LC80 kennt. Das ist das Teil, was Dein Vater im Podcast beschreibt. Dieser Selbstbau Computer bestehend aus Platine und Ledermappe. Diese Geräte hatten wir in der “Station Junger TEchniker” in Bieblach. Damit konnten sich einfache Programmierungen machen und es war mein Einstieg in die Computerwelt.

  21. Danke, Eric, für die Ergänzungen und Erläuterungen. Dann warst Du ja auch bei der “digitalen Revolution” dabei!

  22. Pingback: Zwei Podcasts, zwei Welten » koblow.com

  23. Ach das Internet vergisst nie . . . naja oder doch. Ich weiß ganz genau das ich mir im Sommer letzten Jahres die komplette Doku ca. 1Stunde angeschaut habe! Nun ist Sie wie vom Erdboden verschwunden selbst auf Youtube . . . schade, da dieses wirklich sehr interesant war und sicherlich noch einen schönen Einblick gegeben hättte.

    Gerade zum Punkte kopieren von Hard und Software.

  24. Wenn man genügend “Westgeld” hatte, konnte man sich Computer wie den C64 auch im Intershop kaufen.
    Ich selber bin auf diesem Weg an meinen ersten Rechner, einen Sinclair ZX81 gekommen.
    Ein Bekannte von mir hat sich dort einen Atari 800 XL gekauft.

  25. Auf dem Sinclair? Der war eher zum kennenlernen geeignet. Wirkich viel konnte man (bzw. ich :-) ) damit nicht anfangen.
    Immerhin hab meine liebe Verwandschaft im nichtsozialistischen Ausland (grins) mir damals eine 16 kb Speichererweiterung zukommen lassen. :-)

  26. Der erste Computer, an den ich mich erinnern kann, war wohl ein KC87 – der stand im RFT-Laden in der Berliner Schönhauser Allee im Schaufenster.

    Ganz in der Nähe davon gab es einen Kleinanzeigen-laden – der hatte nur Zettel mit Geboten und Gesuchen im Schaufenster. Dort gab es auch Angebote mit West-Computern – C64 und Co. Bei der Gelegenheit habe ich gelernt, dass “TM” Tausend Mark heißt. 5TM war eine gängige Preisangabe.

    Meine Schul-Taschenrechner habe ich erst irgendwann 1989/90 bekommen – und es war kein SR1 (der im offiziellen Handel mit MR609 gelabelt war)! Es hieß, wir bekommen den neuen SR2 – auf dem Gerät, dass ich bis heute habe und das immer noch funktioniert, stand dann allerdings MR610. Ich habe mit diesem Rechner sowohl Abitur als auch Studium bestritten, denn die Programmierbare Taschenrechner waren in Klausuren und Prüfungen meist verboten. Wozu also was neues kaufen?

  27. Das stimmt. Die neuen haben bestimmt auch aus “eins plus eins” “zwei” gemacht.
    Aber fünftausend Mark war wirklich eine stolze Summe – zumal Computer damals ja auch noch kein “Muss” waren.

  28. Ich habe 1986 im damaligem Karl-Marx-Stadt angefangen Mathematik zu studieren. Wir hatten als Nebenfach Informatik, ausserdem gab es schon einen Informatik Studiengang. Wahrscheinlich war das einer der Ersten.

    Der Zugang zu den Computern war zwar reglementiert (1-2h pro Woche) aber doch halbwegs ausreichend. Wir hatten den CP1715 und ab und zu Zugang zu einen ROBOTRON Rechner mit einem UNIX Clone über VT Terminals.

    Die Story mit der Mangelware Diskette kenne ich genau so. Wenn man Ost-Mark in D-Mark zu einem guten Kurs auf dem Schwarzmarkt tauschen konnte hat es sich gelohnt Disketten im Intershop zu kaufen und diese anschliessend im An&Verkauf wieder zu verkaufen.

  29. Versuch’ das heute mal – da wirst Du keinen Gewinn mit machen. Im Ernst: Danke für den Kommentar. Dann bist du ja auch IT-Pionier – bist Du noch in der Branche tätig?

  30. Zum dBase-Clone: Der wurde meiner Erinnerung nach Redabas genannt. Die Wikipedia sieht es auch so: http://de.wikipedia.org/wiki/Redabas

    Die Geschichte von den Disketten kann ich dem Hörensagen nach bestätigen. Aus dem Intershop ging der Weg direkt in den A&V, und so wurden aus 16 Westmark schnell mal 800 Ostmark.

    Bei Musikkassetten war die Situation ähnlich; vielleicht nicht ganz so spektakulär: Eine 60er Chromdioxidkassette von ORWO kostete glaube ich 30 Mark. Mein Opa hat den Zehnerpack no-name 90er für 10 DM aus dem Besuch im Westen mitgebracht.

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